X-Max 3: Erste Erfahrungen

  • Hallo,

    Ich bin seit ein paar Tagen vom X-Max mit Icarus 2.1 auf den X-Max 3 umgestiegen. Im Gegensatz zu diversen (auf anderen Webseiten, YouTube, ...) veröffentlichten Reviews mit eher theoretischen Kritiken möchte ich hier mal meine Erfahrungen aus der Praxis wiedergeben:

    Ausgangspunkt: Ich drucke hauptsächlich großflächige, dünne, und gebogene Teile, d.h. z.B. 25x25x0.5 cm in PLA. Wichtig ist hierbei, dass die Teile genau sind (z.B. kein Warping). Kleinere Druckfehler, wie Unterextrusion, oder Stringing sind nicht so schlimm. Ich habe mir den X-Max 3 hauptsächlich wegen der Geschwindigkeit gekauft.

    • Der X-Max 3 ist deutlich schneller bei gleicher Qualität. Ein typisches Bauteil braucht am X-Max ca. 20 Stunden, am X-Max 3 knapp 4 Stunden.
    • Bei hoher Geschwindigkeit neigt der X-Max 3 zu Unterextrusion, d.h. das Filament kommt nicht schnell genug nach. Dadurch sind im Druck immer wieder kleinere Löcher (Layerhöhe).
    • Bei hoher Geschwindkeit kommt es in Biegungen zu Stringing.
    • Normale PLA funktioniert genauso gut wie PLA Rapido von Qidi. Ich sehe da keinen wirklichen Unterschied.
    • Den X-Max 3 kann man nur über den Stromschalter ausschalten, d.h. wenn der Druck in der Nacht fertig ist, dann zieht der Drucker mehrere Stunden ca. 20W pro Stunde.
    • Der Filamentsensor ist der gleiche wie beim X-Max 1. Ich befürchte, dass der genausoschnell defekt sein wird.
    • Die Position der Filamentrolle hinter dem Drucker ist sub-optimal, da man nicht sieht, wieviel Filament noch auf der Rolle ist. Das Wechseln der Rolle hinter dem Drucker geht jedoch ganz einfach.
    • Der X-Max 3 ist relativ leise.
    • Der X-Max 3 vibriert bei voller Geschwindigkeit ziemlich stark.
    • Der X-Max 3 zieht relativ konstant Strom (z.B. 230W). Beim X-Max 1 war die Aufnahme immer pulsierend (z.B. 80 - 240 - 120 - 80). Subjektiv hatte ich beim pulsierenden Verbrauch immer ein schlechtes Gefühl wegen dem Solarwechselrichter.
    • Das Hotend und das Druckbett heizen sich wesentlich schneller beim X-Max 3 auf.
    • Beim X-Max 3 kann man das Hotend/Druckbett zwischen Drucken nicht aufgewärmt lassen (zumindest nicht, wenn man vor jedem Druck das Bett ausmessen lässt). Am besten ist es, wenn man den Drucker zwischen Drucken kurz ausschaltet, da das Beenden des Drucks ziemlich lange dauert.
    • Der Touchscreen vom X-Max 3 lässt sich gut bedienen (komischerweise wird der häufig in Reviews kritisiert) und sieht gut aus. Allerdings muss Qidi die Firmware nochmal anpassen, da der Bildschirm in der Rendering/Processingloop blockiert wird. Der Touchscreen sollte einen eigenen Thread bekommen (Softwareentwickler wissen was ich meine :) ). In der Praxis sieht das so aus: Man drückt auf den Licht Ein/Ausschalter und wenn der Drucker gerade an irgendetwas arbeitet, dann passiert nichts. Erst nach einigen Sekunden schlatet sich das Licht ein/aus.

    Wenn es etwas Neues gibt, dann werde ich hier ergänzen.

    Schöne Grüße

    Edited 2 times, last by harald76 (November 10, 2023 at 1:27 PM).

  • Danke für das Praxisreview. So schlecht scheint er dann zumindest auch nicht zu sein, aber halt auch noch nicht perfekt.

    Der X-Max 3 zieht relativ konstant Strom (z.B. 230W). Beim X-Max 1 war die Aufnahme immer pulsierend (z.B. 80 - 240 - 120 - 80). Subjektiv hatte ich beim pulsierenden Verbrauch immer ein schlechtes Gefühl wegen dem Solarwechselrichter.

    Das sollte kein Problem sein - WR reagieren eh nicht sofort, zumindest nicht wenn Du im Netzbetrieb bist. Da zieht das Haus erstmal Strom aus dem Netz und gleicht das später durch etwas mehr einspeisen wieder aus.

    Man drückt auf den Licht Ein/Ausschalter und wenn der Drucker gerade an irgendetwas arbeitet, dann passiert nichts. Erst nach einigen Sekunden schlatet sich das Licht ein/aus.

    Das klingt als würde das in EINE commandoqueue gehen. Der Voron reagiert ähnlich wenn man etwas via Octoprint schaltet und gerade ein Druck läuft. Das dauert schon mal ein paar Sekunden bis der Puffer abgearbeitet ist und das Licht angeht.

  • Kann sein, dass nur eine Commandoqueue verwendet wird. Ist jedenfalls einfacher zu programmieren, aber schön ist es nicht. Gerade Licht ein/aus sollte sofort reagieren.

    Noch ein Punkt der mir negativ aufgefallen ist:

    • Der Filamentsensor lässt sich nur im Hauptmenü ein/ausschalten (nicht während dem Druck).

    Also bis jetzt bin ich mit dem X-Max 3 sehr zufrieden. Die erwähnten negativen Punkte sind alles Kleinigkeiten.

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