Eine Fussbodenheizung von Schlüter - Ein erstes Fazit

Moin - ich hatte ja Teil drei in meinem letzten Blog zu dem Thema versprochen - hier ist er nun eine Mischung aus Fazit & noch offenen Punkten.


Kommen wir zuerst mal zum Fazitanteil:

  • Wie stand es um die Pünktlichkeit und Geschwindigkeit der teilnehmenden von Schlüter beauftragen Firmen?
    Absolut genial - eine Ausnahmeerscheinung, bei Eigenkoordination hätte sich das eigentlich Bauvorhaben sicherlich auf mehrer Monate gestreckt so ging das meiste in 2 Wochen. Die Kernarbeit an der Heizung war eigentlich in ca. drei Tagen erledigt, 80qm Fliesen mit verfugen und Silikon etc. braucht aber seine Zeit speziell wenn dann der Bauherr an manchen Stellen selber noch mitarbeitet
  • Allgemeiner Qualitätseindruck des Produktes: Sehr gut, alles aufeinander abgestimmt
  • Qualität der Arbeiten der beauftragten Firmen: in unseremFall sehr gut (hier und da mal kleinere Ausrutscher, welche aber normal sind im Bausektor). Das von uns beauftragte Estrichabbruchunternehmen hat nach einem Zitat vom Verbraucherschutz zu unserem Fall sich auch nicht mehr gemeldet.
  • Heizung an sich zeichnet sich aus durch:
    • Sehr geringe Bauhöhe, trotzdem ist eine Stabilität vorhanden (durch die Verbundmatten zwischen den Lagen). Immerhin steht ein 300kg Ofen in einer Ecke und im Bad haben wir eine 150kg Badewanne (mit Wasser eher 300kg) auf vier kleinen Füsschen steht.
    • Extrem schneller Aufbau, alleine das Trocknen des Estriches dauert normalerweise 2 Wochen.
    • Sehr schnelles warmwerden des Bodens (ca. 30min), positive Folge des optimierten Aufbaus.
    • Natürlich gewinnt man Platz, da die Radiatoren nun nicht mehr an der Wand rumstehen
    • Durch die bei uns 6 verschiedenen Heizzonen kann der Raum immer noch unterschiedlich beheizt werden (vor allem in Kombi mit 3.)
    • Fliesen sind nun wartungsarm, leicht zu reinigen (man braucht keine Bürste mehr um hinter/in Heizkörper zu kommen) und trotzdem angenehm warm - Hausschuhe ade. Fast schon zu gut - speziell bei unseren Fliesen muss man sich zum Reinigen zwingen (man sieht den Staub kaum).
    • Sehr gute Integration in unsere Heizungsanlage durch in meinem Fall KNX Unterstützung und niedrigen Heizbedarfstemperaturen
    • Durch die größere und gleichmäßigere Heizfläche auch geringere Luftverwirbelungen, welches sich bei Hausstauballergien etc. positiv auswirken sollte.
    • Sehen wir etwas Negatives? - etwas signifikantes fällt uns hierzu nicht ein - Preis? Zum normalen Preis können wir nichts sagen. Das Preis-Leistungsverhältnis muss jeder anhand von Angeboten vergleichen.

Können wir das System empfehlen? Bisher ein klares JA!


Ein kurzer Kommentar noch zu "ist das objektiv oder nicht?", natürlich spiegelt der Bericht unsere Meinung wieder, von daher kann es gar nicht 100% objektiv sein - dazu müssten man ja mindestens 1000 Tests fahren und dann die Ergebnisse auswerten. Aber der Bericht wurde nicht "gekauft", auch wenn die Heizung als solche von Schlüter gestellt wurde. Das gestellte Material und die dazugehörigen Arbeiten waren nur ein kleiner Teil unseres Umbaus, von daher war der Schlüter Anteil nicht so stark gewichtet als das wir unsere Meinung damit verkauft hätten.


Hier noch der Link auf die Bekotech-Produktseite
Und ein paar Videos:


und für die elektrische Heizung:


Noch ein paar Punkte die ich noch nicht erwähnt habe. Fangen wir bei der Heizungsventilsteuerung an:
Hier bietet Schlüter die normalen fernbedienbaren Einheiten an, aber für Hausautomatisierungsfans auch ein 24V KNX System:

Ich habe letztendlich doch ein 230V System von MDT verbaut. Grund war MDT (rechtes Bild) einrichten war mir bekannt (wollte ich zwingend selber erledigen) und man braucht keinen Trafo um die 24V zu erzeugen (Platz). Man sieh auf dem Bild auch die 230V Thermoelemente (Möhlenhoff, Schlüter verbaut vermutlich die 24V Variante davon).
Dann musste ich noch an die Pumpensteuerung ran. Bisher hatte ich das manuell über Stecken rein/raus geregelt. Da nun noch der Holzofen mit Wassertasche, die FHB und eine Wärmepumpe dazukamen machte das keinen Sinn mehr. Also habe ich mir mit Hilfe KNX Temperaturfühlen (sind in unseren Lichtschaltern integregriert) Binäreingängen, einem Heizungsaktur und einem Schaltaktor eine Pumpensteuerung realisiert. Achja die WP Wasserpumpe wird über Funk vom SMA Homeserver aktiviert wenn die PV einen Stromüberschuß hat.


Links die Wärmepumpe, eigentlich ein Durchlauferhitzer der die Abwärme aus dem Heizungskeller nutzt. Mitte die Steuerung. Rechts die FHB Systemtrennung und im Kaster die Steuerung der Pumpen, drüber Lüftungsanlagenüberwachung und SMA Funkanbindung über Funksteckdose gelöst. Damit die Pumpen mit kleinen Temperaturschwankungen nicht permanent ein/aus gehen wurde das Schalten via Treppenlichtfunktion realisiert. D.h. kommt in einem Zeitraum X einen Pumpenbedarf wird die Pumpe in dem Zeitraum eingeschaltet (ein Aussignal wird ignoriert) kommt in dem Zeitraum gar kein Pumpenbedarf geht die Pumpe danach aus.


Noch offen ist die Fertigstellung und der Betrieb des Holzofens - Ofen ist zwar da aber Rauchrohr und Wasserleitungen müssen noch angeschlossen werden.


Nachtrag: 26.10.2016.
Es kam die Frage auf warum denn die Vorlauftemperatur so hoch sei (ca. 40Grad in dem Bild oben). Das ist schlicht irreführend - in dem Fall ware die Heizung gar nicht an (war ja auch warm genug draußen).

Links noch ein extremeres Bild - die Temp. kommt einfach durch den Wärmetauscher in dem Gehäuse zustande wenn zwar die Radiatoren eingeschaltet sind z.B. für das Bad im OG aber die FHB im EG gar keine Wärme braucht. Dann steht der FHB Kreislauf und nahe des Wärmetauschers (wo ja das Heizwasser des anderen Heizkreises vorbeiläuft) wird es entsprechend wärme. Testhalber mal Fenster aufgerissen so dass die Ventile für die FHB aufgehen und in Sekunden war die Temperatur auf ca. 32Grad VL und 26Grad RL (6 Grad Spreizung). Sobald es mal richtig kalt ist werde ich die Vorlauftemp anpassen.

Comments 2

  • Hallo danke für den Beitrag! Wir sind gerad auch am Überlegen, dieses System einzubauen. Wie sind denn jetzt die langzeiterfahrungen ( ist ja jetzt ca. 4 Jahre her) ? Vielen Dank! Anne

    • Hallo Anne,


      bis jetzt alles bestens. Keine Probleme. Dadurch, dass der Estrich oberhalb der Heizschlangen recht dünn ist macht eine ERR auch halbwegs sinn. Bei einem normalen Estrich ist die Temperaturänderung einfach zu träge, da würde eine einmalige Durchflussmengenermittlung reichen.

      Es sind auch keine RIsse in den Fliesen entstanden. Nur in einer Ecke in der unser Wasserführende Ofen steht (schwer) hat sich der Estrich leicht gesetzt und die Sockelleisten mussten neu angebracht werden (auf Kulanz).

      Stand heute kann ich das System weiter empfehlen.